Statement

 

 

Ulrich Bittmann, geb. 1950, lebt und arbeitet in Mustin.

Zuvor war er über vierzig Jahre als Arzt tätig.

Sein präzises Wissen um den Körper prägt seine

 künstlerische Praxis ebenso wie die über viele Jahre

 entwickelte Arbeit in einer Hamburger Atelierklasse.

 

Seine Malerei bewegt sich zwischen Figur und Abstraktion

und entsteht ohne festen Entwurf. Der Körper erscheint darin

nicht nur fragmentiert oder traumhaft, sondern auch als neu

gesetzte Form- nicht als realistische Abbildung,

sondern als malerische Setzung, in der sich emotionale und

bedeutungsvolle Qualitäten verdichten. 

 

Emotion entstehen in Bittmanns Arbeiten nicht allein über

Formen der Körperlichkeit, sondern ebenso über abstrakte

Formen und ihr Zusammenspiel.

Er arbeitet an den Bildern so lange, bis die Form

für ihn „spricht“.

Wie Larissa Kikol schreibt, wird der Körper in seiner Malerei

„vermengt, er wird hybride, er wird frei“.

 

Im Zentrum steht das offene Bild: vieldeutig, geheimnisvoll

und als Angebot an die Betrachtenden.

Farbe ist dabei nicht bloß Mittel, sondern sinnlicher Antrieb.

 

 

 

 

Ulrich Bittmann, born in 1950, lives and works in Mustin,

Germany. Before fully focusing on painting, he worked as a

physician for over forty years; his precise knowledge of the

body shapes his artistic practice, as does his long-term training

in a Hamburg studio class.

 

His painting moves between figuration and abstraction and

develops without a fixed preliminary plan.

Form, composition, and meaning emerge through the

painting process itself. In his work, the body appears

not only as trace, fragment, or dreamlike figure, but also as a

newly invented form — never as a realistic depiction, but as a

painterly construction in which emotional and meaningful

qualities are condensed.

 

Emotion in Bittmann’s work arises not only through

bodily forms, but equally through abstract forms

and their interplay. He works on his paintings

until the form begins to “speak” to him.

 

As Larissa Kikol writes, in his painting the body

is “blended, hybridized, set free.”

At the center of his practice is the open image:

ambiguous, mysterious, and offered to the viewer as an

invitation.

Color is not merely a tool, but a sensual driving force.

 

 

 

Larissa Kikol

 

in der Monographie thrawn (Auszug)

 


Für Bittmann impliziert sein Malprozess ein

syntaktisches Sehen. In der Sprache ist die Syntax

die Lehre vom Bau des Satzes, von den Verbindungen

zwischen den Wörtern, dem Aufbau von Wortgruppen

und ihrer abhängigen Beziehung untereinander.

 

In der Malerei geht es um Farben, Formen, Linien,

Figuren und Flächen statt um Wörter. Auch die Serie 

die Nase und andere cut up places zeigt, wie

Bittmann die Leinwand und den Bildraum als ein

syntaktisches Spielfeld begreift, auf dem er frei

spielt, sucht, findet, Formen in die Luft schweben lässt und

wieder auf dem Malgrund absetzt.

 

Dabei arbeitet er in einem hybriden Grenzgebiet zwischen

Abstraktem und Figur, bzw. Nase, Kopf und Körper.

Fast in allen Werkserien fällt auf,

 

dass der Körper in der letzten Konsequenz nie ganz losgelassen

wird. Er wird durch Malerei vermengt, er wird hybride,

er wird frei. Und trotzdem bleiben Körpergeister immer vorhanden.

 

Bittmann, ein Arzt und Künstler, so wie andere auch zwei starke

Berufungen in sich schlagen hörten, denen sie mal parallel,

mal nacheinander nachgingen oder sie miteinander verbanden.

 

 

 

 

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